Zinsen auszahlen oder mitverzinsen: Was bringt mehr?

Bei längeren Laufzeiten zahlen manche Banken die Zinsen jedes Jahr aus, andere schlagen sie dem Festgeld zu. Der Unterschied klingt klein, summiert sich aber über die Jahre.

Zwei Varianten

Bei der Auszahlung überweist die Bank die Zinsen jedes Jahr auf ein anderes Konto, das Festgeld selbst bleibt gleich hoch. Beim Mitverzinsen, auch Thesaurierung genannt, werden die Zinsen dem Festgeld zugeschlagen und im nächsten Jahr mitverzinst. Das ist der Zinseszinseffekt.

Ein Rechenbeispiel

Bei 10.000 € für fünf Jahre zu 3 % bringen jährlich ausgezahlte Zinsen insgesamt 1.500 €. Werden sie mitverzinst, sind es rund 1.593 €, also gut 90 € mehr. Je höher Betrag, Zins und Laufzeit, desto größer der Unterschied. Fließen die ausgezahlten Zinsen auf ein Tagesgeld, bringen sie dort ebenfalls Zinsen, meist aber weniger.

Was die Banken im Vergleich anbieten

Die Regeln unterscheiden sich: Bei der Opel Direktbank können Sie wählen, ob die Zinsen jährlich ausgezahlt oder mitverzinst werden. Die Renault Bank zahlt die Zinsen zum Jahresende und zur Fälligkeit. Sie entscheiden, ob sie dem Festgeld gutgeschrieben oder auf das Tagesgeld ausgezahlt werden. Die IKB zahlt die Zinsen bei Laufzeiten über einem Jahr jährlich aus.

Die Steuer im Blick

Steuerlich zählen Zinsen in dem Jahr, in dem sie gutgeschrieben werden. Bei jährlicher Gutschrift, ob ausgezahlt oder mitverzinst, verteilen sie sich auf mehrere Jahre und bleiben eher im Sparer-Pauschbetrag Ihres Kindes von 1.000 €. Werden alle Zinsen erst am Laufzeitende gutgeschrieben, kann der Freibetrag in diesem einen Jahr überschritten werden. Mehr dazu im Ratgeber Zinsen am Laufzeitende.

Wann die Auszahlung sinnvoll ist

Brauchen Sie die Zinsen zwischendurch, etwa für eine größere Ausgabe Ihres Kindes, ist die jährliche Auszahlung praktisch. Soll das Geld bis zum Ende wachsen, ist das Mitverzinsen meist die bessere Wahl.

Gut zu wissen

Die Wahl zwischen Auszahlung und Mitverzinsen treffen Sie meist bei der Eröffnung. Ob sie sich später noch ändern lässt, regelt jede Bank selbst.

Fazit

Mitverzinste Zinsen bringen dank Zinseszins etwas mehr als jährlich ausgezahlte. Wichtiger als die Variante ist oft die Steuer: Achten Sie darauf, dass die Zinsen möglichst jährlich gutgeschrieben werden und im Freibetrag Ihres Kindes bleiben.

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